Travemünde im Nebel

Vor ein paar Wochen habe ich mich mit Freunden in Travemünde getroffen. Ich bin gerne dort und schaue mir die großen Schiffe an, die von der Ostsee kommen und sich durch die enge Trave zwängen, um zum Skandinavienkai zu kommen. Diesmal habe ich jedoch kein einziges gesehen.  Zumindest kein großes Schiff. Nur kleine Fischerboote, die im Hafen von Travemünde liegen. Dort kann man an Verkaufsstellen oder direkt von den Booten frischen Fisch kaufen.

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Als wir mit einem Fischer ins Gespräch kamen, haben wir die Gelegenheit genutzt, Fisch bei ihm zu kaufen. Er hatte Schollen, die noch lebten in einer Reuse im Wasser hängen. Er zog sie hoch, um uns den frischen Tagesfang zu zeigen. Die von uns ausgewählten und gekauften Fische wurden von ihm fachmännisch ins Jenseits befördert und anschließend geköpft und für den Transport eingewickelt und verpackt.

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Danach bummelten wir an der Promenade entlang in Richtung Strand und Mole. Dort war es relativ leer, die Touristensaison hat noch nicht begonnen. Zwischenzeitlich zog dichter Nebel auf, so dass die Sicht sehr eingeschränkt wurde. Der Nebel kam von der See, gefürchteter Seenebel, der innerhalb kürzester Zeit entstand. Er bildet sich, wenn warme Luft über kaltes Wasser streicht und bevorzugt in Grenzbereichen zwischen kalter und warmer Meeresströmung. Der Nebel entsteht innerhalb von 20-30 Minuten und kann so dicht sein, dass man die Orientierung verliert, was besonders bei Wattwanderungen gefährlich werden kann.

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Auf Sylt habe ich häufig Seenebel erlebt, es hat etwas mystisches im Nebel zu wandern. Jedoch habe ich auch großen Respekt davor, so dass ich ganz besonders auf Orientierungspunkte geachtet habe. Da mir mein Leben lieb ist, möchte ich mich nicht unbedingt in Gefahr begeben. Das Meer ist schneller da, als man denkt, und es passiert gelegentlich, dass jemand Natur, Wetterwechsel und das Meer unterschätzt und in Gefahr gerät. Insbesondere Menschen, die sich vorwiegend in Städten aufhalten und die Gezeiten, die Natur und Naturgewalten nicht kennen.

In Travemünde war der Nebel nicht so dicht und doch wurde es sehr stimmungsvoll, wie man anhand der Fotos vielleicht erahnen kann. Als wir uns auf den Rückweg machten, fuhr der Fischer mit seinem Boot an uns vorbei. Er war nochmal zum Fischen auf die Ostsee gefahren und kam jetzt zurück, da Nebel aufzog. Wir winkten ihm zu und er erkannte uns und nahm uns ein Stück auf seinem Fischerboot mit. Das war ein Erlebnis. Und so konnte ich einige Fotos vom Wasser aus machen.

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Alle Fotos in diesem Blog lassen sich per Mausklick vergrößern.

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