Archiv für den Monat: August 2015

Dömitz an der Elbe

Familienausflug Teil 2. Nachdem wir uns Vielank angesehen haben, siehe vorherigen Beitrag, sind wir ein paar Kilometer weiter nach Dömitz gefahren. Ein interessantes Städtchen mit alten Fachwerkhäusern und einer alten Festungsanlage aus dem Jahre 1565.

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Die Festung wurde nicht nur als Stützpunkt im Dreißigjährigen Krieg genutzt, sondern später unter anderem auch als Gefängnis. Der Schriftsteller Fritz Reuter, der seine Texte in niederdeutscher Sprache verfasste, verbrachte auf der Festung von 1838 bis 1840 den letzten Teil seiner Festungshaft. In seinem Buch „Ut mine Festungstid“ („Aus meiner Festungszeit“) berichtet er über diese Zeit. Seit 1843 wurde das Gefängnis nicht mehr für zivile Insassen genutzt.

Innerhalb der Festung befinden sich mehrere Gebäude wie z.B. ein Verwaltungsgebäude, ein Museumsgebäude mit der Fritz-Reuter-Gedenkhalle und die Bastionen, die heute als Ausstellungsräume dienen. Im Turmgebäude befindet sich eine Galerie mit wechselnden Kunstausstellungen. Auf der Freilichtbühne im Hof finden regelmäßig Konzerte und Theateraufführungen statt. In einem dieser Gebäude hat meine Mutter früher im Rahmen von sportlichen Wettkämpfen zusammen mit anderen Kindern übernachtet, es diente quasi als eine Art Jugendherberge.

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Nach dem Museumsbesuch und der Besichtigung der Festungsanlage sind wir dann hinunter an die Elbe gegangen, wo der Teil der Familie, der sich die Besichtigung nicht antun wollte, auf uns wartete.

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1870 bis 1872 wurde im Zuge des Eisenbahnbaus eine Elbbrücke errichtet. Später folgte der Bau einer Strecke nach Ludwigslust mit einer Zweigstrecke nach Lübtheen. Dömitz wurde damit wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Zu Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Eisenbahnbrücke über der Elbe jedoch zerstört und damit die Verbindung zwischen den Knotenpunkten Uelzen und Ludwigslust unterbrochen. Ab diesem Zeitpunkt war der Bahnhof Dömitz nur Endpunkt einer Nebenbahn. Dömitz war wie abgeschnitten. Während der Zeit der DDR lag Dömitz wegen seiner Nähe zur innerdeutschen Grenze im Sperrgebiet, worunter die Region auch wirtschaftlich sehr gelitten hat.

Nach der politischen Wende wurde 1991/1992 eine Straßenbrücke über der Elbe neu errichtet und ab 1991 der historische Stadtkern und die Festung im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert.

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Zum Abschluß waren wir noch in dem Panoramacafé von Dömitz, von dem man einen traumhaften Ausblick über die Elbe und den Hafen hat.

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Diese und weitere Fotos befinden sich unter Dömitz in der Galeria Lumix.

Alle Fotos in diesem Blog lassen sich per Mausklick vergrößern.

Familienausflug nach Vielank

Letztes Wochenende war es soweit, unser lang geplanter Familienausflug stand an. Wir sind mit neun Personen, einem Hund und zwei Autos nach Vielank gefahren. So heißt das Dorf, in dem meine Mutter geboren und aufgewachsen ist. Es liegt im Süden von Mecklenburg Vorpommern und gehört zum Landkreis Ludwigslust-Parchim. Die Gemeinde Vielank liegt mit seinen verschiedenen Ortsteilen im Naturpark Mecklenburgisches Elbetal. Die erste urkundliche Erwähnung Vielanks stammt aus dem Jahre 1421. Der jüngste Ortsteil ist Neu Jabel (1823/24).

Als wir nach knapp zweistündiger Fahrt in Vielank ankamen, war es gerade Mittagszeit, so daß wir erstmal Rast in dem dort ansässigen Brauhaus machten, in dem man sehr gut essen kann und köstliches Bier oder Fassbrause trinken konnte. Leider mochten auch die zahlreichen Wespen, die uns während des Essens besuchten, die Getränke und haben sich regelrecht dort hineingestürzt. Im Brauhaus kann man die verschiedensten Biere und Fassbrausen sowie Spezialitäten aus der Region wie z.B. Leberwurst auch zum Mitnehmen kaufen. Die Getränkeflaschen haben einen praktischen Bügelverschluss. Plopp. 😀

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Nach dem Essen haben wir dann einen Rundgang durch das Dorf gemacht. Zuerst waren wir bei dem Geburtshaus meiner Mutter, das mein Opa in ihrem Geburtsjahr 1929 erbaut und wo die Großfamilie (Großeltern, Eltern + 3 Kinder) von da an gelebt hatte. Zu dem Haus gehörte auch ein Stück Land und ein paar Stallungen für Kleinvieh. Das gesamte Anwesen haben sich  die Besatzungsmächte nach dem Krieg unter den Nagel gerissen. Meine Mutter und ihre Großmutter, die zu der Zeit alleine in dem Haus lebten, wurden vertrieben und mussten in einer alten Villa zusammen mit anderen Flüchtlingen unterkommen, in dem sie für sich 1,5 Zimmer zur Verfügung hatten. Mein Opa und die Brüder meiner Mutter waren noch im Krieg bzw. in Kriegsgefangenschaft. Aber vermutlich hätten sie gegen die Enteignung auch nichts ausrichten können. Jegliches Bemühungen meiner Eltern, nach Grenzeröffnung, das Anwesen unserer Familie zurück zu bekommen, scheiterte, da die Enteignung noch vor Gründung der DDR stattfand. Es wurde ihnen allerdings ein Angebot gemacht, sie hätten es käuflich erwerben können. :mrgreen:

Auf den folgenden Fotos ist das Haus mit Grundstück zu sehen.

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und weiter geht´s. Vorbei an dem Gebäude, wo meine Mutter zur Schule gegangen ist (von den nun folgenden Fotos ist das oben links die Schule), die Dorfstraße mit dem alten Kopfsteinpflaster entlang, auf dem meine Mutter damals als Kind mit dem Rad gefahren ist, zum Runddorf (unten rechts), wo die alte Villa steht, wo die Flüchtlinge und Vertriebenen nach dem Krieg gewohnt hatten, bis zum Bäcker (unten links).

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Auf dem Weg haben wir noch weitere interessante Häuser mit ungewöhnlichen Steinen entdeckt,

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sowie das Kriegsdenkmal gesehen.

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Nach dem Rundgang sind wir dann zurück zu den Autos gegangen und ein paar Kilometer weiter nach Dömitz gefahren. Ein schöner Ort, der direkt an der Elbe liegt. Doch mehr davon im nächsten Beitrag.

Diese und weitere Fotos befinden sich unter Vielank in der Galeria Lumix.

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Düsseldorf

Anfang August war ich wieder auf Reisen. Diesmal in der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens, in Düsseldorf. Ich mag diese Stadt am Rhein und bummel gerne durch die Altstadt zum Wasser. Es gibt immer viel zu entdecken, so wie das folgende Relief mit dem Dukatenscheißer, das sich an der Mauer einer Sparkasse Ecke Bolker Straße/Schneider-Wibbel-Gasse befindet, mit der Aufforderung in Stein gemeißelt, sein Geld anzulegen und zu sparen, natürlich in der Sparkasse. 😆

„Dies Märchen wird wohl niemals wahr. Das Leben lehrt, sei klug und spar.“

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Es gibt auch schön bewachsene Balkone

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und andere Sehenswürdigkeiten in der Stadt,

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auch kunstvolle Sachen.

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Beim Bummel durch die Altstadt gelangte ich zum Burgplatz und dem Schlossturm, einziges Überbleibsel des Düsseldorfer Schlosses, das 1260 als gräfliche Burg erbaut wurde, lange ein Wahrzeichen der Stadt war, jedoch 1872 Flammen zum Opfer fiel und durch das Feuer zerstört wurde. Im Schlossturm ist heute ein Schifffahrtsmuseum untergebracht.

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Doch vorher war ich auf dem Marktplatz und habe dort das schöne Rathaus

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und die verschiedenen Figuren bewundert. Von links nach rechts:

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Hoppeditz-Denkmal. Hoppeditz ist eine fiktive Figur des Düsseldorfer Karnevals und wird jedesmal zu Karnevalbeginn am 11.11. um 11:11 Uhr zum Leben erweckt und am Ende des Karneval, am Aschermittwoch, wieder eingeäschert und symbolisch zu Grabe getragen.

Der Gießerjunge. Er sorgte dafür, dass genügend Metall zusammenkam für die Figur des Jan-Wellem-Denkmals, indem er von den versammelten Herrschaften Schmuck und andere metallische Gegenstände sammelte und in die Schmelze gab, so heißt es in der Geschichte.

Kurfürst Jan Wellem. Jan Wellem wurde 1658 als Johann Wilhelm II im Düsseldorfer Stadtschloss geboren. Er tat viel für Düsseldorf und deren Region, durch sein vielfaches Wirken wurde die Residenz zu einer der kulturellen Zentren Europas. Er war unter anderem Förderer der Musik und der Bildenden Kunst, und war für den Bau des ersten Düsseldorfer Opernhauses verantwortlich. Seine Sammlertätigkeit auf dem Gebiet der Elfenbeinschnitzerei, der Goldschmiedekunst, des gesamten Kunsthandwerks bewirkte das Aufblühen der Zünfte. In Düsseldorf strömten die Künstler, die Maler, Musiker, Kunstgewerbler, aber auch die Gelehrten zusammen. Manches stattliches Gebäude entstand in der niederrheinischen Residenz, deren Straßenbeleuchtung sogar die des damaligen Paris übertraf. Während seiner Regierungszeit (bis 1716) wurden die ersten protestantischen Gotteshäuser gebaut: Die Kirche an der Berger Straße und die Neanderkirche an der Bolker Straße. Auch die jüdische Gemeinde errichtete an der Neusser Straße ihre erste Synagoge.

Das Jan-Wellem-Reiterstandbild wurde 1711 von Grupello in Bronze gegossen. Es ist eine der schönsten Barockplastiken, die 8.000 kg Gewicht hat. Der oben erwähnte Gießerjunge war maßgeblich daran beteiligt, dass hierfür genug Metall gesammelt werden konnte.

Im folgenden sind Fotos von der Rheinuferpromenade zu sehen:

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sowie vom Rhein

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und interessanten Personen

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Zum Abschluß noch ein paar Fotos vom Alten Hafen und der Alten Bastion.

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Diese und weitere Fotos befinden sich unter Düsseldorf in der Galeria Lumix.

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